Shai’lanhal

Shai'lanhal

Gezackte Blitze spalteten den Himmel, leckten wie gierige Feuerzungen dem Boden entgegen und rissen das Land für Sekundenbruchteile aus der tiefen Finsternis, die es schon vor Tagen verschlungen hatte.

Eckdaten

Titel: Shai’lanhal
Autor: Susanne Gavénis
Umfang: 600 Seiten, eBook

Meine Meinung

Worum es geht:
Shaan wird in der zwanzigsten Generation nach dem letzten Kampf zwischen Gut und Böse geboren. Das bedeutet, der nächste Kampf steht kurz bevor. Vor allem bedeutet es aber, dass Shaan der Shai’lanhal ist, der Beschützer des Guten. Mit dieser Aufgabe ist er allerdings überfordert, da sein Körper den Anforderungen nicht gewachsen scheint.

Was ich sage:
Erwartet habe ich von diesem Buch, dass es ein fesselndes Fantasy-Abenteuer wird. Der Klappentext versprach jedenfalls genau das.
Leider trifft das nicht ganz zu. In der ersten Hälfte des Buches kommt es nur äußerst selten zu wirklich spannungsgeladenen Stellen. Den Rest der Zeit hat man als Leser das Gefühl, dass die Geschichte einfach nicht voran kommt. Das liegt zum einen an den sehr langatmig und sehr detailreich beschrieben Szenen. Zum anderen liegt es daran, dass sowohl Shai’lanhal als auch Lanhal – aus dessen Sichten die Geschichte erzählt wird – im stetigen Selbstmitleid und Selbstzweifeln verfallen. Ein paar Selbstzweifel hat natürlich jeder Teenager und ich bin mir sicher, dass eine Aufgabe des Shai’lanhal dem nicht gerade entgegen kommt, aber als Held eines Buches sollte er sich zumindest zusammen reißen können.
Die oben genannten Gründe haben dann auch fast dazu geführt, dass ich das Buch zur Seite gelegt hätte. Zum Glück aber habe ich durchgehalten, denn ab etwa der Hälfte, wenn endlich auch der Shai’yinyal auftaucht, steigt die Spannung an und man hat einfach nur Spaß am weiterlesen.

Die Charakteren sind gut ausgearbeitet – zumindest soweit man das beurteilen kann, da man die Geschehnisse aus den Sichten von Shaan und Deleja erzählt bekommt.
Auch habe ich das Gefühl, das man jeden Charakter mit nur einem Wort beschreiben kann und jeder, der das Buch ebenfalls gelesen hat, wüsste sofort, welcher Charakter gemeint ist.

Die Idee für die Geschichte ist gut. Sicher ist die Idee von dem Kampf Gut gegen Böse nicht neu, aber die zwei Mächte auf diese Weise, alle zwanzig Generationen erneut in den Kampf zu schicken, ist wirklich fasziniert.
Es ist in einem tollen Schreibstil geschrieben, der den Leser wirklich mitreißt. Die Detailverliebtheit der Schilderungen ist so groß, dass das ganze Buch wie ein Film vor dem inneren Auge abgespielt wird. Leider habe ich das Gefühl, dass genau das einen aufhält, gerade in Szenen, die völlig überflüssig erscheinen.

Fazit:
Alles in allem ist es eine gute Geschichte, die in der Lage ist den Leser zu fesseln. Dies ist aber erst in der zweiten Hälfte des Buches der Fall. Daher möchte ich dem Shai’lanhal gern 3,5 von 5 Punkten geben. Also gerundet 4 Punkte.

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