Labskaus ist Liebe

Labskaus ist Liebe

Liebe Sarah, wenn Du dies liest, dann werde ich tot sein.

Eckdaten

Titel: Labskaus ist Liebe – oder Omas Briefe aus dem Jenseits
Autor: Lieke van der Linden
Umfang: 157 Seiten; eBook

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Meine Meinung

Worum es geht:

Sarah geht auf die Beerdigung ihrer Großmutter. Eigentlich hatte sie nicht erwartet dort jemandem zu begegnen. Schließlich konnten sich ihre Familie und ihre Großmutter nicht leiden. Dann aber tauchen bei der Beerdigung Leute auf, die Sarah noch nie gesehen hat. Sie kann sie auch nicht, daran erinnern, dass ihre Großmutter jemals von jemandem geredet hat.
Wieder in Stuttgart erhält sie einen Brief vom Anwalt. Durch diesen erfährt sie nicht nur, dass sie das Haus inklusive dem Laden ihrer Großmutter geerbt hat, sondern auch in regelmäßigen Abständen Briefe von ihr bekommen wird, in denen sie das fortführen wird, was sie bereits zu Lebzeiten immer gemacht hat: Sarahs Lebensstil bemängeln und ihr Verbesserungstipps geben.
Sarah bekommt ein Angebot das Haus zu verkaufen, ist sich aber sicher, dass das nicht im Sinne ihrer Großmutter wäre. Also entschließt sie sich, mit ihrer Tochter in das kleine Dorf an der Nordsee zu ziehen. Damit beginnt aber erst das Abenteuer.

Was ich sage:

Als ich den Titel das erste Mal gelesen habe, hatte ich ehrlich gesagt, schon die Befürchtung, dass dies das erste Buch wird, dass ich nicht ganz fertig lese. Ich war also mehr als skeptisch. Dann hat mich aber die Neugier gepackt und ich wurde auch belohnt: so schlimm wie befürchtet, war es nicht mal annähernd. Tatsächlich hat es mir recht gut gefallen. Kleinere Mängel gab es allerdings trotzdem. Ein kleines Lesevergnügen für Zwischendurch ist es allemal.

Die Geschichte wird aus der Sicht des Hauptcharakters Sarah erzählt. Das finde ich sehr gut, da man als Leser so die Chance bekommt ganz in die Geschichte einzutauchen und sie aus erster Hand mitzuerleben.
Den Charakter selbst finde ich ein bisschen schwer zu greifen. Ihr Aussehen wird beschrieben, doch was mich etwas irritiert hat, war ihr Alter. Das konnte ich nicht einschätzen, da ich in vielen Momenten das Gefühl hatte, dass der Charakter irgendwo Mitte Fünfzig ist und an anderen Stellen dachte ich, sie sei Anfang bis Mitte Zwanzig. Letzteres konnte ich aber ausschließen, da sie eine Tochter im Teenageralter hat. Das fand ich etwas schwierig. Auch Charakterzüge werden nicht richtig deutlich. Ich hatte das Gefühl, dass sie sehr willkürlich auf einige Situationen reagiert. Daher ist das Einfühlen in den Charakter wirklich schwer, was schade ist, da man mit Sarah das ganze Buch über eben zu tun hat.

Auch die anderen Personen, die in diesem Buch vorkommen, sind nicht ganz einfach zu verstehen. Ich hatte das Gefühl, dass sie eher oberflächlich beschrieben wurden. Nur sehr schwer ist herauszubekommen, warum sie so handeln, wie sie eben handeln. Auch hatte ich das Gefühl, dass für den Ausgang des Buches nicht alle Charakteren wichtig waren.

Die Idee zu der Geschichte, dass die Großmutter ihre Enkelin noch auf den ihrer Meinung rechten Weg bringen will, gefällt mir gut.
Der Schreibstil gefällt mir tatsächlich nicht ganz so gut. Ich finde ihn an einigen Stellen etwas holprig (leider fällt mir dafür kein anderes Wort ein). Außerdem fand ich ihn nicht emotional genug, wie er meiner Meinung nach bei einem solchen Thema sein sollte. Gegen Ende des Buches ist das allerdings besser geworden.
Die Balance zwischen Dialogen und Erzählung fand ich sehr gut.

Eine letzte Anmerkung habe ich auch noch: den Titel finde ich nicht ganz passend. Er ist ein wenig irreführend, da ich nicht finde, dass der Labskaus wichtig für die Geschichte ist. Auch finde ich, dass von der Großmutter zu wenige Briefe kommen, als dass sie einen Platz im Titel verdient hätten.

Fazit:

Eine gute Idee mit einigen Mängeln in der Umsetzung. Als Lektüre für Zwischendurch aber durchaus zu empfehlen. 3 von 5 Punkten.
Drei Punkte

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