Hamburg in 4 Tagen

Hamburg in 4 Tagen

Bevor ich mich auf den Weg mache, eine fremde Stadt zu erkunden, informiere ich mich darüber, was es zu sehen gibt und was ich nicht verpassen darf. Bei einer fremden Stadt ist das etwas ganz normales. Man will schließlich nichts verpassen, was vielleicht gefallen könnte.

Bei Hamburg ist das aber anders. Das ist meine Heimat. Ich bin dort aufgewachsen. Ich muss mich nicht informieren, was ich sehen will oder unbedingt sehen muss. Ich hatte lange genug Zeit mir die Stadt anzuschauen. Dank meinem Studium, welches ich etwa 800 Kilometer von besagter Stadt entfernt mache, habe ich jetzt nicht mehr die Zeit alles genau anzuschauen. Ich bin eben nicht mehr jeden Tag da.

Michelausblick

Dann aber wollte eine Freundin, mit der ich studiere,  mich in der vorlesungsfreien Zeit in Hamburg besuchen. Es war also meine Aufgabe die interessantesten Orte in der Stadt zusammen zu tragen und einige Tage zu planen, in denen man möglichst viel sehen kann. Leichter gesagt als getan. Was zeigt man von einer Stadt, die man selbst nie mit den Augen eines Touristen gesehen hat?

Der Kommentar meines Bruders, dass man entweder nackt in die Alster springen sollte oder zu Fuß den Michel hoch gehen, wenn man Hamburg nur für ein paar Tage besucht, war auch nicht gerade hilfreich. Obwohl die Idee mit dem Michel gar nicht schlecht war. Außerdem hat er mich auf die Idee gebracht, Freunde und Verwandte nach ihrer Meinung zu fragen, was sie als sehenwürdig empfinden. Ich hatte also eine gute Liste und von der Dame, die mich besuchen wollte, kam der Ansatz, dass sie gern shoppen gehen würde. Wunsch erfüllt, kann ich dazu nur sagen.

Tag 1

Am ersten Tag, dachte ich, könnten wir einfach mal ruhig angehen und mit etwas entspannten Shoppen beginnen. So war die erste Anlaufstelle die Spitalerstraße und in dem Zug auch die Mönkebergstraße. Dort waren wir in einigen Läden drin. Leider war die Ausbeute nicht ganz wie erwartet. Nachdem wir dann die Europapassage angeschaut haben, sind wir durchs HanseViertel geschlendet bis wir irgendwann am Gänsemarkt angekommen sind. Von dort aus sind wir zum Hafen und haben uns die Schiffe angeschaut.

Danach sind wir zur Alster und haben uns einfach nur mal hingesetzt. Mit Shoppen war also nicht viel.

Tag 2

Elbstrand

Der zweite Tag begann früh. Wir hatten schließlich einiges vor. Der Plan war, dass wir mit der Fähre fahren und dann am Strand zu Fuß zurück. Am Strand bin ich oft gewesen, als ich noch klein war. Meine Familie ist schon immer viel spazieren gegangen. Mit der Fähre sind wir allerdings noch nie hingefahren. Wir sind immer hin und zurück gegangen.

Mit dem Wetter hatten wir echt Glück. Die Sonne schien und es war warm. Der Wind war stark, aber am Hafen ist eigentlich nichts anderes zu erwarten. An den Landungsbrücken sind wir in die Fähre eingestiegen und sind mit einem Mal umsteigen Teufelsbrück angekommen. Und dann begann der Weg zurück, was wirklich ein ganzes Ende ist. Zum Glück war das Wetter so gut, dass man sich einfach mal an den Strand setzten konnte, um ein wenig auszuspannen.

Gelaufen sind wir am Fischmarkt und am Hafen vorbei bis zum Michel. Laut dem Tipp von meinem Bruder sollte man dort ja auch mal raufgelaufen sein. Nach dem langen Weg am Stand und am Hafen vorbei, haben wir dazu aber nicht mehr wirklich Lust gehabt und sind einfach mit dem Fahrstuhl gefahren. Nach unten sind wir dann allerdings doch gelaufen. Das ist nicht ganz so anstrengend, wie all die Stufen nach oben zu laufen. Von oben hat man einen tollen Blick über die Stadt. Bei schönem Wetter lohnt es sich wirklich darauf zu gehen, um einfach nur den Ausblick zu genießen.

Dannach haben wir uns noch entschieden, dass wir an dem Tag einfach noch nicht genug gelaufen sind und sind mit der U-Bahn noch zur Reeperbahn gefahren. Wir sind nur die Straße einmal komplett durchgelaufen. Nichts spektakuläris, aber so konnte sie auch mal diese berühmte Straße sehen.

Tag 3

Der dritte Tag begann damit, dass wir uns nicht mehr vom Sofa wegbewegen wollten. Unsere Füße taten von den zwei vorherigen Tagen noch immer weh. Die Pause war also überfällig.

Planetarium

Nachdem wir es dann mal geschafft haben, uns zu erheben, haben wir meine beste Freundin getroffen und sind mit ihr zusammen zu IKEA gegangen. Das ist nichts, was man unbedingt machen muss, wenn man mal in Hamburg ist. Das Möbelhaus sieht überall gleich aus. Allerdings ist es eine Art Tradition von meiner besten Freundin und mir, dass wir zu IKEA gehen, wenn ich in Hamburg bin. Leider hatten wir das noch nicht geschafft und mussten auf jeden Fall nachholen.

Danach haben wir uns von meiner besten Freundin getrennt und sind in den Stadtpark gefahren. Schließlich wollten wir wenigstens etwas noch von der Stadt sehen. Wir sind also irgendwie durch den Park spazieren gegangen. Irgendwann sind wir auch am Planetairum angekommen.

Tag 4

Den letzten Tag haben wir mit packen begonnen. Da wir am nächsten Tag ganz früh los wollten, musste vorher eben alles in Koffer verpackt werden. Irgendwie hat meine Liste der Dinge, die ich mit in den Schwarzwald nehmen musste, einfach kein Ende gehabt und so haben wir uns entschieden, dass wir auch abends weiter packen konnten.

Das Wetter hat an diesem Tag leider überhaupt nicht mehr mitgespielt. Es war windig und kalt. Was aber will man Mitte März auch anderes erwarten. Mit den Tagen davor hatten wir echt Glück, was das Wetter anging. Da wir aber schon mit dem Wetter gerechnet haben, hat sich der Plan für den letzten Tag daran angepasst. Im Museum für Kunst und Gewerbe gab es eine Ausstellung, welche uns beide interessierte. Mythos Chanel. So konnten uns Wind und Wetter nichts anhaben.

Achterbahn Restaurant

Im Museum für Kunst und Gewerbe bin ich selbst noch nie gewesen – jedenfalls nicht das ich mich erinnern kann. Es war toll, auch wenn ich manchmal nicht ganz verstanden habe, was verschiedene Ausstellungsstücke mit Kunst zu tun haben. Alle anderen Gäste um mich herum haben jedenfalls einen sehr interessierten Eindruck gemacht. Vielleicht bin ich also die einzige, die in ein Kunstmuseum rein geht, obwohl sie keine Ahnung von Kunst hat.

Die Ausstellung ‚Mythos Chanel‘ war leider kleiner als ich es mir vorgestellt habe. Irgendwie habe ich mehr erwartet als ein paar Kleider, Bilder und Videos. Ich kann nicht mal genau sagen, was ich mir vorgestellt (oder vielleicht auch erhofft) habe. Es war nur nicht das, was ich am Ende zu sehen bekommen habe. Es war nicht schlecht. Nur eben anderes.

Nach dem Museum sind wir nach Harburg gefahren. Dort ist das Restaurant schwerelos & zeitlos. Das Achterbahn-Restaurant. Die Freundin, die mich besucht hat, hat davon schon einmal was im Fernsehen gesehen und wollte dort unbedingt mal essen gehen. Ich war da auch noch nie und es klang wirklich interessant. Also haben wir uns dahin auf den Weg gemacht. Um es kurz zu machen: wir waren begeistert. Ich kann es nur empfehlen, dort einmal essen zu gehen. Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis.

Den Rest des Tages haben wir – wie soll es auch anders sein – mit packen verbracht. Ich hatte das Gefühl, dass ich nie zum Ende komme, was sich zum Glück nicht bewahrheitet hat.

Es gibt wahrscheinlich noch hunderte Orte mehr, die wir uns nicht angeschaut haben. Ob aus Zeitmangel oder einfach weil wir keine Ahnung hatten, dass wir darüber überhaupt nicht nachgedacht haben, sei nun einmal dahin gestellt. Es waren vier schöne Tage, die auch mich der Stadt wieder näher gebracht haben, als ich es anfangs vermutet habe.

Kurze Anmerkung noch zum Schluss: Ich habe nicht eines dieser Bilder gemacht. Sie gehören alle der genannten Freundin.

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.